Opel Kadett – Kompaktklasse seit 1936

Inzwischen schon über 80 Jahre ist es her, als Opel mit einem Fahrzeug den Markt der Kompaktklasse prägen sollte. Über Jahrzehnte bis in die Gegenwart war der Opel Kadett präsent, sein Nachfolger Astra nimmt nun auch schon seit 1991 die Straßen unter seine Räder. Aber zurück in die Vergangenheit, genauer gesagt in das Jahr 1936 als Opel den Kadett präsentierte. Der Kadett entwickelte sich schnell zu einem Verkaufsschlager, bot er doch für einen günstigen Preise den automobilen Traum der Mobilität. Unterbrochen wurde die Karriere vom zweiten Weltkrieg, doch auch danach konnte sich der Kadett behaupten und bis zu dem ersten Astra viele Fahrer zu den Opel Händlern locken.

Opel Kadett –  Der „Erste“

Im Jahre 1936 zählte Opel zu den größten Autoherstellern Europas. Der Opel Kadett sollte die Basis erweitern und neue Käuferschichten anlocken. So kam im Jahre 1936 der erste Kompaktwagen des Unternehmens, der einige Details seiner Vorgänger in sich vereinte. Vom P4 stammt der 1,1-Liter-Vierzylinder mit 23 PS, vom Olympia das Design und die selbsttragendene Ganzstahl-Karosserie. Zwei Varianten waren damals lieferbar: Die Limousine und das Cabriolet boten vier Sitzplätze, zwei Türen und waren ab einem Preis von 2.100 Reichsmark zu erwerben. Für den Export bot Opel den Kadett auch mit vier Türen an. Von der ersten Kadett-Generation verkauften die Rüsselsheimer über 100.000 Fahrzeuge, bis 1940 durch den Krieg die Produktion ruhte.

Nach dem Ende des Krieges 1945 wurde aufgeteilt, was es zu holen gab. Die Siegermächte, in unserem Fall Russland, übernahm die kompletten Produktionsanlagen sowie Konstruktionszeichnungen und baute in der Sowjetunion den Ur-Kadett noch bis in die 1950er Jahre als Moskwitsch 400 weiter.

Der erste Opel Kadett von 1936.

Opel Kadett A ab 1962

Zeit für das „A“ in der Linie der Kadetten.  Ab 1962 wird der Opel Kadett A mit einem 40 PS starkem 1.0-Liter-ohv-Motor um die Gunst der Käufer ins Rennen geschickt. Er bot den Insassen Platz und war technisch gesehen auf Höhe der Zeit. Mit seinem Vierganggetriebe war der als Limousine und Caravan erhältliche Kadett A vielen seiner Konkurrenten um einen Gang voraus. Kurze Zeit später folgte ein 48 PS starkes Coupé.

 Opel Kadett B ab 1965

Wer A sagt muß auch B sagen und so präsentierte Opel bereits ab Herbst 1965 die dritte Generation namens Kadett B. Diesen gab es als  zwei- und viertürige Stufenhecklimousine, Fastback-Limousine, sowie zwei Coupé-Versionen und einem drei- und fünftürigen Caravan. Damit war eigentlich für jeden etwas dabei, egal ob man sportlich fahren wollte oder einfach nur Platz benötigte.

Ab dem Jahre 1967 kam mit der luxuriösen Olympia-Reihe die Ausstattung des Rekord auch dem kleineren Kadett zugute. Highlight war der Rallye-Kadett, mit dem Opel im Motorsport aktiv war. Der Opel Kadett kam an und so wurden bis 1973 rund 2,7 Millionen Kadett B gebaut.

Opel Kadett C und die wilden 70er

Ein bewährtes und erfolgreiches Prinzip muß man nicht ändern. So gab es nach dem Kadett B ab August 1973 den Kadett C wieder als Limousine, Caravan und Coupé. Begehrenswert war die sportliche Coupé-Variante GT/E, diese wurde ab 1975 erstmals von einem 1,9-Liter-Einspritzmotor angetrieben.

Heute ein gewohntes Bild im Straßenverkehr, damals für deutsche Autohersteller eher Neuland. Mit dem Kadett City kam ein Dreitürer mit großer Heckklappe, fertig war der Schrägheck-Kompaktwagen mit Hinterradantrieb. Wer Wind um die Nase spüren wollte konnte den „Aero“ ordern. Die von Karosseriespezialist Baur in Stuttgart gefertigte Cabriolet-Limousine verfügt zugunsten der Steifigkeit und dem Schutz der Insassen über einen Targa-Bügel.

Auch die vierte Generation des Kadett war ein Verkaufserfolg und so verließen über 1,7 Millionen Kadett C bis 1979 das Werksgelände.

Spaß am Auto? War auch in schwierigen Zeiten möglich – der Opel Kadett C Aero von 1976.

Opel Kadett D ab 1979 mit neuem Antriebskonzept

Mit der inzwischen fünften Generation läutet Opel das Zeitalter von Frontantrieb und Quermotoren ein. Ein neu entwickelter 1,3-Liter-Vierzylinder mit Leichtmetall-Zylinderkopf und OHC-Technik (eine oben liegende Nockenwelle) sorgen für Vortrieb. Später folgen auf Basis eines Benziners ein 1,6-Liter-Diesel als erster Selbstzünder in der Kadett D Baureihe. Das neue Antriebslayout bot vor allem für die Passagiere Vorteile. Das Platzangebot für die Insassen verbesserte sich ebenso wie der Stauraum für das Gepäck.

Entsprechend wurde der Kadett D auch vermarktet:

„Der Jüngste von Opel – der neue Kadett. Er hat, was viele gerne hätten!“

Im Jahre 1979 erhält der Kadett D dazu das „Goldene Lenkrad“ als Auszeichnung. Auch der beliebte Caravan ist wieder lieferbar, das Stufenheckmodell und die offene Variante verschwinden aber aus der Modelllinie. Erst mit dem Kadett E feiern diese ein Comeback.

Soll vor allem junge Menschen ansprechen – viel Auto für wenig Geld, der Opel Kadett D von 1980.

Opel Kadett E ab 1984 – Ein Verkaufserfolg

Die Kadett-Baureihe wächst weiter und ist eines der wichtigsten Modelle von Opel. Im August 1984 folgt der Kadett E, wieder mit Frontantrieb und gleich als „Auto des Jahres“ gefeiert. Traum vieler Käufer zu jener Zeit, Albtraum von Fans in späterer Zeit durch verarmte Hobbytuner, war der Opel Kadett E „GSi“ mit einem cW-Wert von 0,30 und 115 PS.

Ein Jahr nach der Präsentation des Kadett E folgte das Cabrio. Bella Italia im Hause Opel bot das in einer Zusammenarbeit zwischen dem Rüsselsheimer Design Center und Nuccio Bertone entworfene Fahrzeug. Auch der Kadett E räumte wieder das „Goldene Lenkrad“ ab und wurde insgesamt über 3,7 Millionen Mal produziert. Damit durchbrach Opel 1989 die 10-Millionen-Marke.

Der Opel Opel Kadett E von 1984 – lange Zeit ein gewohnter Anblick auf den Straßen.

Opel Kadett auf dem Markt

Dünn ist das Angebot, wer sich in den ersten Kadett verliebt hat. Der Markt bietet nicht viel, hier sollten also bekannte Quellen wie Oldtimer-Händler oder Clubs bemüht werden. Ebenfalls überschaubar ist der Markt bei dem Opel Kadett A. Bei mobile.de reichen die Preise zum Zeitpunkt des Artikels bis an die 10.000 Euro. Arbeit und Geld sollte man bei diesem Budget einplanen.

Der Opel Kadett B ist bereits deutlich öfters käuflich zu erwerben. Die Preise beginnen um die 2.000 Euro für Bastlerfahrzeuge, interessant sind die Preise um 5.000 Euro. Mit einer guten Basis gibt es für schmales Geld einen klassischen Kadett.

Den nächsten Sprung gibt es bei dem Kadett C, hier bietet der Markt reichlich Angebote. Ab 2.000 Euro ist man dabei, um die 5.000 Euro sind mit etwas Glück bereits kleine Schätzchen zu finden. Zwischen 10.000 – 20.000 Euro gibt es nicht eben günstige, dafür meist von Liebhabern gepflegte Kadett C. Nicht aller Tage zu finden und entsprechend teuer sind die GT/E ab rund 25.000 Euro.

Nicht wirklich schön waren die Kadett D, das merkt man auch am Gebrauchtmarkt. Mit etwas Geduld finden sich schon Exemplare unter 1.000 Euro. Wer die kantige Linie mag und vielleicht als Kind schon Ausfahrten im Kadett D mit seinen Eltern unternahm, kann um die 2.000 Euro die Erinnerungen von damals wieder auffrischen.

Das Schnäppchen von damals, der Kadett E, ist auch heute noch günstig zu erwerben. Wenn nur der Rost nicht wäre. So finden sich viele Fahrzeuge deutlich unterhalb der 1.000 Euro, bis 2.000 Euro gibt es selbst GSI-Modelle. Wer nicht erst selbst tunen möchte, sollte sich die Preisklasse zwischen 2.000 – 4.000 Euro genauer ansehen. Dabei den TÜV nicht während der Besichtigung ausblenden!

Fotos: Hersteller / Opel

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