Fahrtauglichkeitsprüfung für Senioren gefordert

Diskutiert wurde schon oft darüber, jetzt wird sie von Grünen-Politikern tatsächlich gefordert: die Fahrtauglichkeitsprüfung für Senioren. Immer wieder gab es Aufforderungen, Autofahrer ab einem gewissen Alter zur Überprüfung ihrer Fahrtauglichkeit zu schicken. Manche hielten dies für eine legitime Vorgehensweise, andere hingegen sahen darin reinen Aktionismus, der mit der Realität des alltäglichen Straßenverkehrs nichts zu tun habe.

Grüne fordern regelmäßige Fahrtests für Senioren

Von regelmäßigen Überprüfungen der Verkehrstauglichkeit war die Rede, doch eine konkrete Umsetzung ließ beständig auf sich warten. Nun scheint aber vor allem eine Partei, nämlich die Grünen, Nägel mit Köpfen machen zu wollen und betagte Autofahrer per Gesetz zu regelmäßigen Fahrtests verpflichten zu wollen. Diese neuerliche Forderung nach einer altersabhängigen Überprüfung der Fahrtauglichkeit kommt nicht von ungefähr, denn erst unlängst raste in Wuppertal ein 80-Jähriger mit seinem PKW in eine Fußgängergruppe. Die traurige Bilanz dieses Unglücks lautet zwölf Verletzte.

Im Alter oft der einzige Weg mobil zu sein – das eigene Auto. Foto: AP PHOTO/DALE SPARKS

Somit sehen die Grünen in Nordrhein-Westfalen also akuten Handlungsbedarf in Sachen Fahrtauglichkeitsprüfung und wollen diese unabhängig von der Unfallhistorie des jeweiligen Autofahrers ab dem 80. Lebensjahr einführen. Geplant ist eine zweijährliche Überprüfung der Fahrfähigkeiten. Durch konkrete Untersuchungen soll sichergestellt werden, dass der jeweilige Verkehrsteilnehmer noch in der Lage ist, Situationen im Straßenverkehr richtig einschätzen und adäquat darauf reagieren zu können. Wie diese Untersuchung genau aussehen soll, wurde bislang noch nicht bekannt gegeben. Hier darf bislang nur spekuliert werden.

Der Verkehrssprecher der Grünen in Nordrhein-Westfalen, Arndt Glocke, versicherte allerdings, dass man nicht vorhabe, Senioren, die auf ihren Führerschein angewiesen sind, diesen zu entziehen. Man darf bei allen verkehrstechnischen Vorsichtsmaßnahmen nämlich nicht vergessen, dass es gerade in ländlichen Gebieten zahlreiche Senioren gibt, die ihren Führerschein für die Erledigung alltäglicher Aufgaben wie etwa des Wocheneinkaufs dringend benötigen. Schlechte Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel sowie schlechte Infrastruktur sorgen dafür, dass diese Senioren zwingend auf ihren PKW angewiesen sind, noch dazu, wenn es keine Angehörigen in unmittelbarer Nähe des Wohnsitzes gibt.

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