Alfa Romeo Giulietta – Traum Coupé der 50er Jahre

Ein Auto was Sie alle wollten – gut da gibt es in der Historie einige Modelle zu nennen. Aber wenn man sich jetzt auf Alfa Romeo beschränken würde und die 50er Jahre, ja dann bleibt nur ein Modell übrig: Die Giulietta war ein Star und zeigte sich entsprechend oft in den Medien. Stars wie Audrey Hepburn, Marlon Brando und Anthony Quinn fuhren in ihren Filmen dieses Modell – bereits damals kannte man also virales Marketing. Die Zeit, an einem 19. April des Jahres 1954, schien also reif zu sein und so präsentierte Alfa Romeo auf dem Turiner Salon einen Prototypen – die Giulietta Sprint.

Alfa Romeo Giulietta – der ewig junge Alfa

Für die italienische Automarke Alfa Romeo war das Coupé ein wahrer Coup und so verwunderte es nicht, daß die Giulietta Automobilgeschichte geschrieben hat. Sie war ein Verkaufsschlager und dementsprechend lukrativ für Alfa Romeo. Mehr als 28.000 Coupé Kunden entschieden sich im Laufe der Jahre für eine „Julia“, darunter Hollywood-Größen wie Sofia Loren und Gina Lollobrigida. Dazu kamen noch über 131.000 Guilietta Berlina und 17.000 Giulietta Spider. Die Traditionsfirma nutzt dieses Image selbst in den heutigen Tagen noch, so treffen die Vorgänger auf ihre Nachfolger:

  • Giulietta Sprint > Alfa GT
  • Giulietta Berlina > Alfa 156
  • Giulietta Spider > Alfa Spider
  • Giulietta > Giulietta Neuauflage im Jahre 2010

Giulietta Sprint – kein Fahrzeug für die breite Masse

Ein italienischer Traum in Azurblau (siehe Bild oben). Der Giulietta Sprint war einfach bildschön, die Formen klassisch, trotzdem modern und sportlich. Der Hecktriebler leistete mit einem 1.290 cm³ großen Leichtmetall-Vierzylinder mit DOHC-Technik 65 PS bei 6.500/min-1. Das reichte für 165 km/h Spitze und damit zählte der Giulietta zu den schnelleren Fahrzeugen der damaligen Zeit. Auf den Euro umgerechnet wollte der Händler damals rund 8.100 Euro sehen – kein Schnäppchen. Trotzdem wurde Karosserie-Hersteller Bertone von den 700 Bestellungen überrascht, die Kapazitäten erreichten ihre Grenzen.

Im folgenden Jahr 1955 präsentiert: der Guilietta Berlina

Seinen Erfolg verdankte die „Tschulia“ dabei nicht nur den betörenden Formen, auch die Technik konnte überzeugen. Dazu zählten auch die Einzelradaufhängung vorn wie hinten und das Aluminium-Schaltgetriebe. Das Fahrwerk war dynamisch, die Karosse verfügte über einen Radstand von 2,38 Metern und bot vier Personen Platz. Der Giulietta Sprint ist außerdem durch den V-förmigen Chromgrill und zwei seitlichen, chromeingefassten Lufteinlässen zu erkennen. Diese Details finden auch an heutigen Alfa Romeo noch Verwendung, die Guilietta prägte den Stil vieler weiterer Fahrzeuge nach ihr.

Giulietta Berlina und Giulietta Spider

Bereits ein Jahr nach der Giulietta Sprint, im Jahre 1955, wurde auf dem Turiner Salon die Giulietta Berlina präsentiert. Mit dem Sprint teilte sich die 4,0 Meter lange Limousine ihre Bodengruppe. Im Herbst 1955 folgte dann Modell Nummer drei: der von Gian Battista Farina gestaltete Giulietta Spider. Die Mittel waren also überschaubar und so beeindruckte Alfa Romeo mit drei neuen Modellen innerhalb weniger Monate. Heute ist diese Form der Fertigung als Baukastenprinzip bekannt.

Wieder nur wenige Monate nach dem Berlina folgte der Spider

Giulietta Sprint Veloce

Mit dem Giulietta Sprint Veloce zündeten die Italiener die nächste Evolutionstufe und präsentierten eine Homologationsserie zur Teilnahme an der Mille Miglia 1956. Wo über 40 Jahre später mit „modernsten“ Materialien zur Gewichtsreduktion geworden wurde, bot das der Veloce bereits damals.

Hauben, Türen und Stoßfänger bestanden aus Leichtmetall und schrumpften das Gewicht des Sprint Veloce um weitere 72 kg auf nur 780 kg. Der Motor leistete 80 PS und ließ den Wagen bis auf 170 km/h Höchstgeschwindigkeit beschleunigen. Kurze Zeit später präsentierte Alfa Romeo die Giulietta Spider Veloce, allerdings ohne Leichtbauteile.

Schneller Sportwagen dank Leichtbau: der Giulietta Sprint Veloce

Aus der Giulietta wird Giulia

Über die Bauzeit des Giulietta Sprint gab es weitere Sonderversionen, wie z.B. den 100 PS starken Giulietta SZ. Dieser entstand durch eine Zusammenarbeit mit Zagato und wurde auch dort gebaut. Im Juni 1962 wurden die Giulietta Sprint und Spider in Giulia umbekannt. Warum das? Die neue Giulia Limousine löste den viertürigen Giulietta ab und um keine Verwirrung beim Kunden zu erzeugen, wurden auch die anderen Modelle der Giulietta-Baureihe umbenannt. Positiver Nebeneffekt daran war der neue 92-PS-Motor. 1963 folgte dann ein komplett neuer Giulia Sprint – parallel zu seinem Vorgänger. Der in einer Abschiedserie verkaufte Giulietta Sprint wurde von dem 1.290 cm³  großen 80 PS-Motor angetrieben und in 1300 Sprint umbenannt. Erstaunliche 1.800 Exemplare wurden noch ausgeliefert bis das Modell in die Rente geschickt wurde. Die Zeit war reif für den Giulia und der entwickelte sich bei mehr als 224.000 gebauten Exemplaren zum Verkaufsschlager.

Der Giulietta SZ von 1960-1962

Eigentlich müsste der Markt nach so vielen verkauften Modellen ein großes Angebot bieten, doch nicht für wirklich gut in Schuss gehaltene Giulietta. Modelle der ersten Baujahre beginnen bei rund 15.000 Euro und erreichen auch schnell Preise oberhalb der 30.000 Euro. Der Nachfolger Giulia ist bezahlbarer. Die Preise beginnen um die 3.000 Euro für weniger gut gepflegte Modelle und reichen bis zu 15.000 Euro.

Alfa Romeo Giulietta im Internet

Quelle & Fotos: Hersteller / Alfa Romeo

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