Projekt Elektroauto auf dünnem Eis

Die großartige Ankündigung des Bundes, in Sachen Elektromobilität Deutschland zu einem Paradebeispiel umzumodeln, basierte wohl auf einer Rechnung, die ohne den Wirt gemacht wurde. Dieser wäre nämlich nicht der Staat per se gewesen – vielmehr hing die Finanzierbarkeit von den schwarzen Zahlen aus der Energiewende ab.

Elektromobilität in Deutschland zittert

Ursprünglich plante die Regierung, bis 2013 eine Milliarde Euro zu investieren. Dieses Geld hätte aus dem Klima- und Energiefonds entnommen werden sollen, der vom Verkauf von Kohlendioxid-Verschmutzungsrechten lebt. Experten bemängeln schon seit Längerem, dass es von diesen zu viele gäbe und daher die Preise in den Keller fallen. CO2-Zertifikate sind viel weniger wert, als man vor einigen Jahren noch dachte. Man kalkulierte pro Recht auf eine Tonne CO-2-Ausstoß mit dem Preis von 17 €, praktisch erhält man aber derzeit nur rund 8 €. Mehr gibt das Budget nun einfach nicht her.

Deshalb müssen alleine in Berlin 35 Projekte zittern – dort sind 250 Projektpartner betroffen, welche auf eine Förderung in der Höhe von 65 Millionen vertraut hatten. Ihr Budget hatte 165 Millionen umfasst und die Bundeshauptstadt zum Zentrum für Elektromobilität in Europa deklarieren sollen. Aber auch Hamburg reichte 77 Projekte mit einer Gesamtsumme von 160 Millionen ein – drei bis fünf Schaufenster-Regionen sollten subventioniert werden. Der „Wirtschaftswoche“ liegen Informationen vor, demnach nur mehr 2 Schaufenster gefördert werden können.

Anstatt 977 Millionen Euro werden jetzt nur mehr 560 Millionen investiert. Ob der Schaufensterwettbewerb an sich betroffen sein wird, ist völlig offen, gab man von offizieller Seite her nur lapidar bekannt. Die Entscheidung obliege der Bundesregierung und wurde noch nicht getroffen. Sicherheit für die Projektträger ist jetzt nicht mehr gegeben – ein allerdings fundamentaler Faktor für den Verlauf eines jeden Teilnehmers. Noch immer aber, gibt eine Sprecherin des Verbands der Automobilindustrie (VDA) bekannt, vertraue man auf die Versprechen. Das Jahr 2012 und die Schaufensterprojekte seien für die Einführung von Elektroautos von höchster Bedeutung. 400 Millionen Euro weniger als angenommen stellen aber das gesamte Vorhaben infrage.

Der Einzelne kann mittels Stromvergleich Zeichen setzen – nur verantwortungsvolle Versorgung gewährleistet auch in unsicheren Zeiten den Um- und Einstieg und stärkt gerade jene Anbieter, dessen Konzepte höchste Früchte tragen.

Weitere Auto News zum Thema

Elektroautos gebraucht kaufen: Ja oder Nein? Erste Feststellung: Elektroautos gewinnen trotz hoher Preise immer weiter an Bedeutung. Noch vor einigen Jahren gehörten Elektroautos zu den Nischenpr...
Ein Trio mit vielen Trümpfen Französische und asiatische Autobauer sind den deutschen Fahrzeugschmieden beim Thema Elektromobilität um Längen voraus. Vor allem beim Preis schlagen...
Elektromobilität soll weiter gefördert werden Aus Gründen des Klimaschutzes soll die Elektromobilität weiter gefördert werden - die Politik hat dazu natürlich bereits ehrgeizige Ziele gesetzt: Dan...
Das ADAC Zurich 24h-Rennen geht in die 43. Runde (... Handschuhe in den Farben einer Zielflagge, der Finger am roten Knopf der Stoppuhr, es ist drei vor zwölf - so präsentiert sich das allseits bekannte L...
VW Jetta – auch als Hybrid sportlich unterwegs Es hat einige Zeit gedauert bis auch die deutsche Autoindustrie vom Thema Hybrid zu überzeugen war. Schließlich war es sicher nicht ganz freiwillig, d...

Greencars

Alle Artikel von

Technologien abseits des Verbrennungsmotors - im GREENCARS Bereich liegt der Fokus auf unserem Archiv zu alternativen Antriebskonzepten wie Hybrid, Elektro und Solar.

0 Kommentare Jetzt kommentieren! →


SEO-SPAM wird gelöscht! URLs nur auf Domain (www.domainname.de/12345)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.