Chevrolet wird 100 Jahre alt

Chevrolet feiert 2011 sein hundertjähriges Bestehen. Der Startschuss für ein Jahr voller Jubiläumsaktivitäten fällt auf der North American International Auto Show (NAIAS). Dort wird auch die Weltpremiere des brandneuen Chevrolet Aveo, der in den USA als Sonic auf den Markt kommt, gefeiert. Der Chevrolet Aveo gehört zu den meistverkauften Chevrolet-Modellen weltweit und ist eine von sieben europäischen Neuvorstellungen in diesem Jahr. Freuen darf man sich auch auf den Familien-Van Orlando, die Corvette Grand Sport als Coupé und als Cabrio, einen neuen Captiva, eine sportliche Fließheck-Version des Cruze, den Camaro als Coupé und als Cabrio sowie das mehrfach preisgekrönte Elektroauto Volt.

2010 war für Chevrolet Europa ein erfolgreiches Jahr: Die Gesamtverkaufszahl lag bei knapp 480.000 Fahrzeugen, bei einem Rekordmarktanteil von 2,5 Prozent. „Unsere ausgezeichneten Verkaufszahlen sind eine exzellente Grundlage für 2011, unserem Jubiläumsjahr“, sagt Wayne Brannon, Geschäftsführer von Chevrolet Europa. „Mit insgesamt sieben Neueinführungen in diesem Jahr haben wir fantastische Aussichten, Chevrolet in Europa auf ein neues Niveau zu heben.“

Chevrolet wurde im November 1911 vom Rennfahrer und Ingenieur Louis Chevrolet und dem General Motors Gründer William C. „Billy“ Durant in Detroit gegründet. Sie entwickelten Autos, die innerhalb kürzester Zeit für ihre enorme Leistungsfähigkeit, ihre Langlebigkeit und ihre Wertigkeit bekannt wurden. Diesen Merkmalen fühlt sich Chevrolet, die viertgrößte Automobilmarke der Welt, auch heute, hundert Jahre später, verpflichtet.

Von Anfang an implementierte Chevrolet neueste Technologien und Anwendungen in seine Fahrzeugmodelle, die sonst nur deutlich teureren Fahrzeugen vorbehalten waren. Der erste Chevrolet – ein Classic Six Serie C – verfügte bereits über einen Elektrostarter und elektrische Frontscheinwerfer. In den folgenden Jahrzehnten kamen weitere Innovationen, wie zum Beispiel Sicherheitsglas, Kraftstoffeinspritzung, Anti-Blockier-Bremsen oder ein elektronisches Stabilitätsprogramm dazu. Als eine der meistverkauften Automobilmarken führte Chevrolet schon sehr früh wegweisende Technologien ein, die von anderen Herstellern nur in deutlich kostspieligeren Fahrzeugen eingebaut wurden.

Auch Leistung wurde von Chevrolet erschwinglich gemacht. Die frühen 4- und 6-Zylinder-Motoren waren für ihre Langlebigkeit und Leistungsfähigkeit bekannt, jedoch war es Chevrolets Einführung eines Small-Block V-8 Motors im Jahre 1955, der eine neue Ära von Hochleistungsmotoren einläutete. In den nachfolgenden 50 Jahren war dieser Motor von nun an Antrieb für Millionen von PKW und LKW. Die Nachfolgeversionen dieses Small-Block V-8 Motors kommen heutzutage nicht nur in LKW und SUVs zum Einsatz, sondern auch in Sportwagen wie dem Camaro und der Corvette.

Den Hochleistungseigenschaften des V-8 Motors ist es zu verdanken, dass Chevrolet als feste Größe in fast allen Bereichen des Motorsports etabliert ist. Rennfahrzeuge von Chevrolet waren ernstzunehmende Konkurrenten bei allen Stock-Car oder Drag-Racing-Wettbewerben der 50er Jahre und dominierten diese über Jahrzehnte. Chevrolet ist die meistgekrönte Marke bei der NASCAR und hat mehr NHRA Pro Stock Manufacturers Cups gewonnen als jede andere Marke.

Ihren Ruf als leistungsstarkes und zuverlässiges Kultauto konnte die Chevrolet Corvette durch sechs Siege beim 24 Stunden Rennen von Le Mans eindrucksvoll unter Beweis stellen. Im letzten Jahr feierte Chevrolet einen Doppelsieg bei der WTCC, wo sich der Chevrolet Cruze die Fahrer- und Konstrukteursmeisterschaft sicherte.

Das Design-Erbe

Schon immer war Design ein wichtiger Grundpfeiler von Chevrolet, viele Modelle wurden zu amerikanischen Kultur-Ikonen. Die aufsteigenden Flügel des 57er Chevy Bel Air reflektierten den Optimismus des Jet-Zeitalters, während die schnittig-geschmeidige 63er Corvette Stingray für viele Automobilexperten eines der schönsten Fahrzeuge ist, das jemals entworfen und gebaut wurde.

Andere Chevrolet-Designs hatten einen kulturellen Einfluss, der noch Jahrzehnte später anhielt. Der 1967 eingeführte Camaro brachte großartiges Design und erschwingliche Leistung in Einklang und sprach jüngere Zielgruppen an. Das von diesem Fahrzeug inspirierte Design des neuesten Modells kam 2010 auf den Markt und wurde ein Bestseller im Sportwagensegment.

Auf dem LKW-Markt halfen Chevrolets Designinnovationen, neue Märkte zu erschließen. Der Suburban, weltweit das erste SUV, wurde 1935 auf den Markt gebracht und ist die bis dato am längsten existierende Modell-Bezeichnung in der Geschichte der Automobilindustrie. Sein Erfolgskonzept – mehr Platz für Fahrgäste und Gepäck ­– überzeugt seit 76 Jahren.

Das 55er Sondermodell Chevrolet Cameo Carrier führte zum allerersten Mal Heckkotflügel bei einem Kleinlastwagen ein. Das Design gab dem Auto einen hochwertigen und edlen Auftritt, der sich sehr stark vom traditionellen „Step side“-Design anderer, im gleichen Jahr konstruierten Kleinlastwagen unterschied. Innerhalb weniger Jahre veränderte sich dieses Segment grundlegend. Das als „fleetside“-Styling bekanntgewordene Design wurde bald für jeden Kleinlastwagen übernommen.

Die frühen Jahre

Der in der Schweiz geborene Louis Chevrolet (1878-1941) war Rennfahrer, Mechaniker und zukunftsweisender Ingenieur. William C. „Billy“ Durant (1861-1947) war ein visionärer Automobilvermarkter. Durant gründete General Motors 1908, während Louis Chevrolet seinem Ruf als wagemutiger Fahrer gerecht wurde. 1905 erreichte er in einem speziellen, offenen Rennwagen mit 111 Meilen pro Stunde einen Geschwindigkeitsrekord. Durant stellte Louis Chevrolet daraufhin für Hochgeschwindigkeitsrennen und Promotion-Fahrten ein.

Im Jahre 1910 musste Durant aus der Firma, die er gegründet hatte, aussteigen. Dies hielt ihn jedoch nicht davon ab, weiterhin in der boomenden Autoindustrie aktiv zu sein. Er stellte sich zusammen mit anderen Partnern – darunter auch Louis Chevrolet – neu auf, um ein neues Auto zu entwickeln. Durant glaubte, dass Chevrolets guter Ruf als Rennfahrer helfen würde, das Auto besser zu verkaufen. Folgerichtig benannte Durant das Fahrzeug nach ihm. Das Unternehmen Chevrolet wurde 1911 gegründet und das erste Auto, ein Classic Six Serie C, war ein großes, handgefertigtes Auto. Sein 4,9-Liter Sechs-Zylinder Motor brachte es auf 40 PS und ermöglichte eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 65 Meilen pro Stunde. Es wurde damals für 2.150 US-Dollar verkauft, was inflationsbereinigt einem heutigen Preis von etwa 50.000 US-Dollar entspricht.

Trotz des hohen Preises wurde dieser Chevrolet für seinen Stil, seine Präzision und seinen Komfort geschätzt. Durant hatte außerdem ein kleineres, etwas erschwinglicheres Auto namens „Little“ produziert. Die Verkaufszahlen beider Modelle waren erfolgversprechend–  Durant erkannte jedoch die Vorteile des Einstiegsmodelles und lenkte sein Unternehmen zukünftig in diese Richtung. Die Chevrolet C-Serie und der Little wurden noch bis Ende 1913 produziert. Die Basisplattform des Little wurde 1914 für das Chevrolet Modell L verwendet, im gleichen Jahr wurde das Modell H vorgestellt.

Die Neuausrichtung der Modell-Linie war auf Anhieb erfolgreich, nicht zuletzt dank eines exzellenten Preis-Leistungs-Verhältnisses und eines zuverlässigen 4-Zylinder-Motors. Trotz des schnellen Unternehmenserfolgs gab es hinsichtlich der Produktphilosophie Differenzen zwischen Durant und Chevrolet. Die Kluft zwischen den beiden führte dazu, dass Durant Chevrolets Anteile 1915 aufkaufte. Die Kunden bestätigten Durants Unternehmens-Vision und die Absatzzahlen von Chevrolet stiegen kontinuierlich an. Dieser Erfolg ermöglichte es Durant, 1916 eine Mehrheitsbeteiligung an General Motors zu erwerben. 1917 hatte Durant das Ruder bei GM wieder fest in der Hand mit Chevrolet als einem Geschäftsbereich.

Durant verließ General Motors 1920. Er gründete eine weitere Autofirma und machte sich einen Namen als bekannter Wall Street-Investor. Der Börsen-Crash des Jahres 1929 erwies sich als verhängnisvoll für beide Unternehmungen, 1936 war Durant pleite. Er starb 1947 und wurde auf dem Woodlawn Friedhof in New York begraben.

Louis Chevrolet wurde während der Weltwirtschaftskrise ebenfalls vom Glück verlassen. Er kehrte zu seinen beruflichen Wurzeln zurück und arbeitete als Mechaniker in einer Chevrolet-Fabrik in Detroit. Nach seinem Tod 1941 wurde er in Indianapolis begraben – in der Nähe der berühmten Rennstrecke, auf der er sich einen Namen als furchtloser Rennfahrer gemacht hat.

Das nächste Jahrhundert

Der elektrisch angetriebene Volt führt Chevrolet in das zweite Jahrhundert seiner Firmengeschichte. Er ist das einzige Elektrofahrzeug, das ohne Einschränkungen unter sehr verschiedenen Klima- und Fahrbedingungen betrieben werden kann – ohne Gefahr zu laufen, unterwegs mit einer entladenen Batterie liegen zu bleiben. Der Volt hat eine Reichweite von mehr als 500 Kilometern und wird dabei permanent mit Strom angetrieben. Während der ersten 60 Kilometer läuft der Volt einzig über die Elektrizität seiner 16-kWh Lithium-Ionen Batterie – ohne Benzin zu benötigen oder Abgase zu produzieren. Wenn sich der Ladezustand der Batterie dem Ende entgegen neigt, springt übergangslos ein mit Benzin betriebener Generator ein, der die Reichweite des Fahrzeugs bei vollem Tank auf bis zu 500 Kilometer erhöht.

Die neuen Modelle Orlando, Cruze, Aveo und Spark unterstreichen Chevrolets globale Präsenz eindrucksvoll. Tatsächlich ist der Chevy „bowtie“ in über 130 Ländern weltweit zu sehen. Chevrolet nutzt sein weltweites Netzwerk, um Fahrzeuge zu entwickeln, die auf den lokalen Geschmack und die lokalen Bedürfnisse abgestimmt sind, bleibt dabei aber immer seinen für die Marke typischen Grundsätzen wie Stil, Wertigkeit und Leistung treu. Das globale Ingenieur- und Design-Netzwerk ist ein entscheidender Faktor, um leistungsfähigere, sicherere und effizientere Fahrzeuge zu entwickeln. Chevrolet startet mit großer Dynamik in sein zweites Jahrhundert.

Chevrolet-Meilensteine

1911 – Chevrolet-Gründung und Einführung der 2.150 US-Dollar teuren
C Classic Six-Serie.

1914 – Chevrolets Kultlogo „Bowtie“ wird zum allerersten Mal genutzt. Das Modell H wird mit einem langlebigen Motor präsentiert. Es positioniert Chevrolet als zuverlässiges Auto am Markt.

1915 – Einführung des 490-Modells. Sein Name trägt seinem Verkaufspreis von 490 US-Dollar Rechnung, fünf Dollar weniger als das Modell T gekostet hat.

1917 – Chevrolet wird ein Subunternehmen von General Motors.

1918 – Chevrolet stellt erste Kleinlastwagen vor; sie basieren auf dem Modell 490.

1929 – Neuer Sechs-Zylinder-Motor wird vorgestellt und als „Sechs zum Preis von vieren“ vermarktet. Seine Zylinderkopfschrauben brachten dem Motor den Spitznamen „Stovebolt“ ein – ein Begriff, der Chevrolets Stärke und Langlebigkeit symbolisieren sollte.

1934 – Chevrolet stellt seine vordere Einzelradaufhängung vor.

1935 – Einführung des Suburban. Er bietet drei Sitzreihen und großzügigen Laderaum. Das Auto feiert 2011 seinen 76. Geburtstag und ist das am längsten kontinuierlich produzierte Fahrzeugmodell in der Automobilgeschichte.

1942 – Chevrolet stoppt Fahrzeug-Produktion und produziert Ausrüstung für den zweiten Weltkrieg.

1953 – Vorstellung der Corvette. Nur 300 der aus Glasfaser gebauten Sportwagen werden im ersten Jahr produziert, aber sie etablierte sich als amerikanische Ikone, die auch fast 60 Jahre später noch von sich reden macht.

1955 – Vorstellung des universellen V-8 Motor bei der neu gestalteten 55er Chevrolet-Linie. Er läutet eine neue Ära erschwinglicher, leistungsfähiger Motoren ein und etabliert ein Vermächtnis, das bis zum heutigen Tag in der „LS“-Familie der V-8 Motoren in Chevrolet Kleinlastwagen, Familien-Vans und Sportwagen Bestand hat.

1956 – Dinah Shore singt den Song „See the USA in your Chevrolet“ am Ende jeder „Dianah Shore Chevy Show“. Nachdem ihre Show 1963 nicht mehr auf Sendung geht, wurde der Song in Chevrolet-Werbespots genutzt.

1957 – Kraftstoffeinspritzung wird zum allerersten Mal überhaupt angeboten.

1960 – Junior Johnson gewinnt das Daytona 500-Rennen in einem Chevy, der erste von 21 Chevrolet-Siegen bei NASCAR-Rennen – mehr als jeder andere Hersteller.

1962 – Die Beach Boys nehmen den Song „409“ auf – eine Ode an Chevrolets 409-Motor, der bei vielen Dragster-Rennen über die Viertelmeile zum Einsatz kam.

1967 – Vorstellung des Camaro. Er bietet eine breite Palette an Personalisierungsoptionen sowie Hochleistungsmotoren, die das Sportauto als einzigartiges „Muscle Car“ weltweit bekannt machen.

1970 – Bill „Grumpy“ Jenkins gewinnt in einem Camaro das allererste NHRA Pro Stock Rennen bei den „Winternationals“.

1975 – Vorstellung des Slogans „Baseball, Hot Dogs, Apple Pie and Chevrolet“.

1986 – Die Corvette ist der erste Chevrolet mit Anti-Blockier-System, das bald in allen Modellen eingesetzt wird.

1990 – Die Corvette ZR-1 bricht gleich drei Geschwindigkeitsausdauer-Rekorde, einschließlich einer 24-Stunden-Durchschnittsgeschwindigkeit von über 175 Meilen pro Stunde, inklusive Boxenstopps.

1991 – Ausstrahlung der „Like a Rock“-Werbekampagne für Chevrolet Pick-Ups; Bob Seger steuert den gleichnamigen Song bei. Die Kampagne lief bis 2004 und ist eine der erfolgreichsten Werbekampagnen der Autoindustrie.

1994 – Jeff Gordon gewinnt das Eröffnungsrennen der Brickyard 400 NASCAR Rennserie in Indianapolis in einem Monte Carlo Rennwagen.

1997 – Der Gen III V-8 Motor debütiert in einer neugestalteten Corvette.

2005 – Die Marke Chevrolet wird in Europa wieder eingeführt.

2007 – Der Kinofilm „Transformers“ läuft an und stellt „Bumblebee“ vor, eine Figur, die sich in einen gelben Chevrolet Camaro verwandeln kann.

2008 – Die Verkaufszahlen von Chevrolet Europa erreichen einen neuen Rekord von 510.800 verkauften Autos.

2010 – Chevrolet erreicht in Gesamteuropa einen Marktanteilsrekord von 2,53 Prozent.

2010 – Doppelsieg!!! Chevrolet gewinnt den Fahrer- und Konstrukteurstitel in der WTCC-Rennserie.

2011 – Der Volt kommt auf den Markt. Er läutet eine neue Ära von elektrisch angetriebenen Autos mit verlängerter Reichweite ein.

Quelle & Bilder: Chevrolet

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