Mit Elektroautos in die Zukunft

In anderen Ländern in Europa und Übersee ist das Thema E-Mobilität längst im Alltagsleben präsent. Auf den deutschen Straßen hingegen waren Elektroautos in jüngerer Vergangenheit eher seltene Exoten. Doch das soll sich bald ändern. Denn alle sind sich einig, dass dem Thema Elektromobilität die Zukunft gehört. Jetzt wollen EU und Bundesregierung die Technologie in den bislang hinterherhinkenden Regionen Europas voranbringen.

Elektrofahrzeug Opel Ampera

Wissenschaftler von der Hamburger „Hochschule für Angewandte Wissenschaften“, kurz „HAW“, koordinieren derzeit das von der Europäischen Union geförderte Projekt „North Sea Region Electric Mobility Network“, zu deutsch „Netzwerk für Elektromobilität in der Nordseeregion“. Während auf den Straßen im fernen Japan sowie in unserem Nachbarland Frankreich Elektroautos seit Jahren präsent sind, wurde die Entwicklung in Deutschland und anderen Ländern der Nordseeregion bis dato verschlafen. In Norwegen und Schweden, in den Niederlanden, sowie in Belgien, Dänemark und Großbritannien bislang sieht es derzeit nicht viel anders als in der Bundesrepublik aus.

Entwicklung und Forschung müssen aufholen

Durch das Projekt, an dem sich Hochschulen und Universitäten sowie Behörden, Kommunen und Wirtschaftsförderungen der genannten Länder sowie die HAW als Leadpartner beteiligen, will man nun aufholen. Es gilt die nötige Infrastruktur zu schaffen, die Technologie zu verbessern und das Thema in der Bevölkerung populärer zu machen. Denn es wird wohl noch ein paar Jahre dauern, bis Otto Normalbürger sich daran gewöhnt hat, nicht mehr Sprit, sondern Strom zu tanken. Und leidenschaftliche Hobbybastler werden es vermissen, den neuen Kupplungssatz selber in den Verbrennungsmotor einbauen zu können. Kein Wunder – denn nach Ansicht der HAW hinkt Deutschland in der internationalen Entwicklung derzeit noch um etwa zehn Jahre hinterher. Das Entwicklungs- und Forschungsprojekt ist eines von mehreren, das die E-Mobilität in Deutschland und ganz Europa voranbringen soll. Mit einer Milliarde Euro will die Bundesregierung das Thema E-Mobilität mit dem „Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität“ in den nächsten zwei Jahren unterstützen.

Vorsichtige Tests und Probeläufe

Die Industrie kritisierte die ihrer Ansicht nach zu niedrige Summe, die ausschließlich in Forschung und Entwicklung, nicht aber in darüber hinausgehende Maßnahmen wie beispielsweise Imagekampagnen, fließen soll. Stattdessen werden sogenannte „Schaufensterprojekte“ gefördert. So ging vor Kurzem in Köln das Pilotprojekt “colognE-mobil”, bei dem insgesamt etwa 25 Elektrofahrzeuge im Alltagseinsatz getestet wurden, erfolgreich zu Ende. In einer weiteren Rheinmetropole, nämlich in Düsseldorf, setzt die Deutsche Post in diesen Tagen probeweise ein Elektroauto für die Paketzustellung ein. Auch im Süden Deutschlands kündigt sich das Thema langsam, aber sicher an. So fährt seit Neuestem ein mit Ökostrom betriebenes Elektrotaxi auf den Straßen Münchens. Punktet das Fahrzeug in Sachen Wirtschaftlichkeit, dann sollen bald weitere E-Mobile hinzukommen. Noch mehr traut man sich bei einer großen europäischen Autovermietung, wo man die Wagenflotte zum Jahresende mit gleich mehreren Elektroautos aufstocken will.

Bild: Opel

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